Am frühen Sommermorgen verließ der Kanadier Anton Pilipa sein Haus, um einkaufen zu gehen. Seitdem verstand die Familie einfach nicht, wohin er verschwunden war. Denn der Mann habe keinerlei Dokumente, Sachen oder Barreserven mitgenommen.

Erst 5 Jahre später tauchten Informationen über Anton auf. Der Mann wurde fast zufällig im Amazonas-Dschungel gefunden, Tausende von Kilometern von zu Hause entfernt. Antons Familie wandte sich hilfesuchend an die zuständigen Behörden. Tage der Suche wurden zu Monaten und dann zu Jahren. Der Mann schien sich in Luft aufgelöst zu haben.
Antons Angehörige waren bereits bereit, sich mit dem Verschwinden des Mannes abzufinden. Doch dann kam ein seltsamer Brief mit der Post an seine Schwester. Der Autor versicherte, er sei ein brasilianischer Polizist und sagte, Anton sei am Rande des Dschungels gefunden worden. Natürlich hielt Antons Familie den Brief für gefälscht. Aber in der nächsten Nachricht schickte der Beamte ein Foto von Anton mit Bart, seltener, aber im Allgemeinen positiv.

Sein Bruder ging nach Brasilien, da Anton wirklich keine Papiere hatte. Und erst zu Hause, wenige Monate später, erzählte der Mann seine Abenteuergeschichte.
Es stellte sich heraus, dass Anton einen eher bedeutungslosen Lebensstil, der nur mit Arbeit und Fernsehen verbunden war, sehr satt hatte.
An diesem Morgen verließ er das Haus ohne besonderen Zweck und stellte fest, dass er nicht aufhören wollte. Am nächsten Tag beschloss der Mann, einen Spaziergang zur berühmten Bibliothek von Buenos Aires zu machen.
Anton verließ Vancouver, überquerte die US-Grenze, erreichte Mexiko, besuchte danach Guatemala, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Venezuela und hielt schließlich in Argentinien an. Den größten Teil des Weges ging der Typ zu Fuß, manchmal erwischte er vorbeifahrende Autos, mehrmals versteckte er sich in Güterzügen. Anton aß Früchte und Beeren, von Zeit zu Zeit bekam er Geld von Fremden, die seine Geschichte hörten.

Das Komische ist, dass der Mann in die Bibliothek kam. In schmutziger Kleidung und ohne Papiere durfte er das Gebäude nicht betreten: Hier war Anton so aufgebracht, dass er beschloss, sich in den Dschungel zu werfen.
Der Mann schaffte es nach Brasilien, lebte ein paar Tage am Rande des Amazonas und wurde dann von einem aufmerksamen Polizisten auf der Straße bemerkt. Ein Polizeibeamter brachte den fremden Mann in die Gemeinde. Er nannte seinen Namen, und nach einiger Zeit stellten die Behörden fest, dass sie seit fünf Jahren nach Anton suchten.
Es ist erstaunlich, wie beharrlich ein Mensch in seinen Bestrebungen sein kann. Es scheint, dass Geld und fehlende Dokumente jemanden nicht aufhalten können, der entschlossen ist, sich auf den Weg zu machen.
