Ich ging ganz ruhig auf einem Landweg, ohne etwas zu ahnen, als ich aus dem Augenwinkel etwas Merkwürdiges am Straßenrand entdeckte. Grau, etwas platt, mit spiralartigen Falten.
Die Neugier siegte – ich berührte es vorsichtig mit einem Stock und sah genauer hin. Innen – viele kleine Abschnitte, wie ein durchgeschnittener Gehirn. Die Textur – gummiartig. Schrecklich.
Ehrlich gesagt wurde mir schlecht. Ich dachte: „Was, wenn das ein Gehirn ist? Von einem Tier? Oder noch schlimmer… von einem Menschen?“ Mein Herz raste.
Von Panik und Verwirrung ergriffen, machte ich ein Foto und postete es ins Internet mit der Bildunterschrift:
„Was ist das? Am Straßenrand gefunden. Sieht aus wie ein Gehirn. Soll ich die Polizei rufen?“
Die Kommentare strömten sofort herein. Einige sagten, es könnte ein Pilz sein. Andere vermuteten Eingeweide eines Wildtieres. Doch eine Frau – die offenbar mehrere Hunde hatte – erklärte alles mit einer einfachen, unwiderlegbaren Antwort:
„Du hast Hundekot gefunden und aufgemacht. Ein Hund hat einen Haufen Papiertaschentücher gefressen. Die können sie nicht verdauen – deshalb kommen sie so wieder raus… in dieser schrecklichen Form.“
Ich fühlte mich gleichzeitig beschämt und amüsiert. Beschämt wegen meiner Fantasie. Amüsiert, weil ich fast die Polizei wegen einem Kot mit Papiertaschentüchern gerufen hätte.



