Annegret Raunigk hat Kinder schon immer geliebt. Ihr ganzes Leben war mit ihnen verbunden – zunächst als Grundschullehrerin, später als Mutter vieler Kinder.
Mit 55 Jahren hatte die Berlinerin bereits 13 Kinder zur Welt gebracht und war sogar schon Großmutter geworden. Man könnte meinen, ihr Leben sei bereits erfüllt gewesen – 2005 ging Annegret in Rente und hätte sich nun ausruhen können.
Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Im selben Jahr wagte sie einen mutigen Schritt: Mithilfe künstlicher Befruchtung brachte sie eine weitere Tochter zur Welt – und wurde damit zur ältesten Mutter Deutschlands zu dieser Zeit.

Diese Entscheidung sorgte für großes Aufsehen – viele warfen ihr Verantwortungslosigkeit vor, einige nannten sie sogar verrückt. Doch Annegret ließ sich von der Kritik nicht beeindrucken.
Die Jahre vergingen, ihre jüngste Tochter wurde älter, und 2014 sagte sie zu ihrer Mutter, dass sie sich ein Brüderchen oder Schwesterchen wünsche.
Annegret hörte zu: Ihre Gesundheit ließ es zu, die älteren Kinder wollten helfen – sie spürte, dass sie noch einmal Mutter werden konnte. Damals war sie bereits 64 Jahre alt.
In Deutschland erhielt sie keine Genehmigung für die Behandlung, also reiste sie ins Ausland, wo ihr eine befruchtete Eizelle einer Spenderin eingesetzt wurde. Und dann geschah das fast Unglaubliche: Alle vier Embryonen nisteten sich ein.
Im Jahr 2015, mit 65 Jahren, brachte Annegret drei Jungen und ein Mädchen zur Welt. Die Babys wurden per Kaiserschnitt ganze 15 Wochen zu früh geboren und wogen jeweils weniger als ein Kilogramm.
Trotz aller Bedenken überlebten die Kinder – und nahmen bald zu.
Die Kritik verstummte nicht – viele nannten sie weiterhin egoistisch. Schließlich hatte Annegret nun 17 Kinder.


