Vor Kurzem saß ich in einem zweistündigen Flug. Der Platz am Gang war meins, das Fenster blieb leer – bis vorne eine junge Frau Platz nahm. Während des Fluges begann sie, sich seltsam zu verhalten: Socken aus, pullover ab, lautstarkes Kauen. Schließlich legte sie ihre offensichtlich ungewaschene Fußsohle auf das Tablett des angrenzenden freien Sitzes – direkt vor meiner Nase. Der Gestank war kaum zu ertragen.
Zuerst versuchte ich, höflich zu sein: „Entschuldigung, aber wir sind hier nicht allein im Flugzeug. Bitte respektieren Sie andere Passagiere.“ Sie hingegen schnippte abfällig und meinte: „Ist doch freier Platz – ich mach, was ich will.“
Als mir das zu bunt wurde, schmiedete ich einen guten, gewöhnlichen Plan. Ich bat die Flugbegleiterin um eine Tasse warmen Kaffee, kam zurück – und „aus Versehen“ verschüttete ich ihn auf ihren Fuß. Sie schrie empört, ich erwiderte ruhig: „Entschuldigung, ich bin gestolpert, aber in so beengten Räumen ist es sicherer und vor allem höflicher, die Füße bei sich zu lassen.“ Danach blieb sie still – und ich wusste: Höflichkeit ist gut – manchmal aber braucht es klare Grenzen.



