Ich hatte meine alten Wintersweater lange nicht mehr ausgepackt. Sie lagen jahrelang ganz hinten im Schrank, weil die letzten Winter mild waren und sich auch die Mode verändert hatte.
Neulich entschied ich mich, den Schrank auszumisten und diese fast neuwertigen Teile für einen guten Zweck zu spenden.
Als ich die Pullover aus dem Stapel nahm und genau betrachtete, sah alles perfekt aus – keine Löcher, keine Flecken. Ich wollte sie waschen, bevor ich sie weitergebe – und entdeckte plötzlich merkwürdige, rötliche, ovale Knötchen an einem der Sweater.
Zuerst dachte ich, es seien Beeren oder Samen, vielleicht hatten die Kinder etwas reingebracht. Doch sie fühlten sich hart und unangenehm an, fast wie kleine Steinchen, und rochen ziemlich scharf.
Meine Neugier war stärker als der Ekel, also suchte ich im Internet nach Antworten. Als ich endlich herausfand, was das ist, blieb mir fast das Herz stehen:
Diese Knötchen waren nichts anderes als Mäusekot – rot verfärbt durch das Rattengift, das ich vor Jahren im Schrank ausgelegt und komplett vergessen hatte!
Der Gedanke, dass diese Kleidungsstücke mitten im Mäusebefall lagen, brachte mich fast zum Erbrechen. Ich warf nicht nur die Sweater weg, sondern auch alte Schals, die daneben lagen.
Danach wusch und desinfizierte ich den Schrank mehrmals, bis der Geruch ganz verschwand.
Außerdem bemerkte ich an einem der Sweater ein kleines Loch am Ärmel – die Mäuse hatten versucht, dort ein Nest zu bauen. Im hinteren Schrankwinkel fand ich sogar Polsterreste und Fäden, mit denen sie ihr Versteck isoliert hatten!
Seitdem lüfte ich meinen Schrank regelmäßig, mindestens einmal pro Saison, und lagere alles nur noch in luftdichten Behältern mit Fallen.



