Ich habe meinen Mann betrogen…

Ich habe meinen Mann betrogen.
Und nein – ich bin nicht stolz darauf.
Und nein – es ist nicht einfach so passiert.

Ich heiße Lena, bin 36 Jahre alt. Mit Sascha bin ich seit fast zehn Jahren zusammen. Ich habe ihn einmal wirklich geliebt – ehrlich. Er war freundlich, geduldig. Wir bauten ein gemeinsames Leben auf, lachten, stritten, versöhnten uns. Aber irgendwie… hörten wir auf, miteinander zu sprechen. Nicht zu streiten – zu sprechen.

Zuerst waren es Kleinigkeiten. Er zog sich immer mehr zurück, starrte abends in Serien mit Kopfhörern, und ich rannte zwischen Abendessen, Kind und Arbeit hin und her. Wir lebten nebeneinander, aber nicht miteinander. Ich fühlte mich unsichtbar.

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Und dann kam er.

Ein Kollege. Nichts Besonderes eigentlich. Aber er sah mich an, als wäre ich noch interessant. Er stellte Fragen, hörte zu. Wir lachten gemeinsam in der Mittagspause. Ich fühlte mich… lebendig.

Dann kam eine Nachricht am Abend. Eine zufällige Berührung. Seine Hand auf meinem Rücken. Küsse. Ich wehrte mich nicht. Es war gleichzeitig beängstigend und berauschend. Ich wusste, es war falsch – aber ich ließ es zu.

Danach – Stille. Keine Euphorie, kein Glück. Nur Angst… und Erleichterung? Als hätte ich mir endlich eingestanden, wie allein ich mich gefühlt hatte.

Ich habe es Sascha nicht erzählt. Nicht, weil ich es weiter tun will. Sondern weil ich nicht weiß, warum. Es war keine Liebe. Es war ein Fluchtversuch. Ein Schrei nach Nähe.

Ich rechtfertige mich nicht. Ich versuche nur zu erklären: Untreue ist nicht immer Leidenschaft. Manchmal ist es ein leiser Hilferuf. Zu spät erkannt.

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Ich bin jetzt in Therapie. Ich lerne, zu sprechen. Zu bitten. Ehrlich zu sein – wenigstens zu mir selbst.

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