Diese Geschichte habe ich kaum jemandem erzählt. Vielleicht weil ich Angst hatte. Vielleicht weil ich nicht die richtigen Worte finden konnte.

Ich heiße Alina, ich bin 28 Jahre alt.
Diese Geschichte habe ich kaum jemandem erzählt. Vielleicht weil ich Angst hatte. Vielleicht weil ich nicht die richtigen Worte finden konnte. Aber sie lebt in mir, jeden Tag. Und vielleicht braucht gerade jemand jetzt zu hören, dass er nicht allein ist.

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Ich wurde etwa ein halbes Jahr nach unserer Hochzeit schwanger. Als der Test den zweiten Strich zeigte, weinte ich vor Freude. Wir planten das Baby: er wünschte sich einen Sohn, ich liebte die Vorstellung einer Tochter.

Meine Schwangerschaft war schwierig – Übelkeit, Rückenschmerzen, viele Untersuchungen. Beim dritten Ultraschall herrschte Stille. Der Arzt sagte später nur, dass es Auffälligkeiten gäbe. Mehr nicht. Er wollte beobachten.

Die Geburt war schwer. Ich verlor viel Blut. Ich lag erschöpft da, als die Schwester mir das erste Mal mein Baby reichte. So klein. Bläuliche Fingerchen. Dunkle Augen. Es schien, als würde sie sich entschuldigen, auf die Welt gekommen zu sein. Schon in diesem Moment wusste ich, dass etwas nicht stimmte – genetisch bedingt.

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Mein Mann stand regungslos in der Ecke.

Ein paar Tage später sagte er:
— Wir können damit nicht leben. Du musst sie weggeben. In ein Heim. Dort kümmern sich Profis.

Ich verstehe nicht, wie er so etwas sagen konnte. Als ich im Bett lag, kaum in der Lage, aufzustehen. Ich lauschte ihrem Atem, hörte sie atmen, und mein Herz schrie: Dieses Mädchen gehört zu mir.

— Ich kann das nicht, Alina, — sagte er eines Tages und packte.
— Du wählst nicht uns, sondern dieses Leben…

Er beendete seinen Satz nicht. Er ging einfach.

Ich blieb allein. Mit einem kranken, aber so vertrauten kleinen Mädchen auf dem Arm.

Es gab Nächte, in denen ich auf dem Badezimmerboden weinend zusammensackte, während sie in ihrem Bettchen schlief. Tage ohne Schlaf, ohne Hoffnung. Diagnoseverfahren, Medikamente, Massagen – und doch…

Da war ihr erstes Lächeln. Ihre winzige Hand, die meinen Finger umklammerte. Das erste „Mama“ aus ihrem Mund.

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Jetzt ist sie fast vier. Sie hat das Down-Syndrom. Unser Leben ist anders. Schwer. Aber voller Liebe.

Ich bereue keine Sekunde, dass ich geblieben bin. Dass ich sie gewählt habe.

Er?
Er ließ mich heiraten. Schreibt manchmal. Schuldgefühle versucht er mir einreden. Aber ich bin nicht wütend.
Ich weiß nur: Er wird nie verstehen, wie es ist, wenn dein Kind, das niemand für fähig gehalten hat, flüstert:

— Mama, ich lieb dich…

Und das ist alles, was zählt.

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