Ich wollte nur schnell in den Supermarkt – nichts Besonderes. Brot, Milch, vielleicht etwas Süßes.
Wie immer lief ich durch die Gänge, hörte das Quietschen der Räder, das Murmeln über Angebote. Alles ganz normal.
Bis ich zu den Haushaltswaren kam.
Dort, zwischen Kartons und Glühbirnen, saß ein Hund. Einfach so. Ganz still. Als würde er dazugehören.
Die Leine lag auf dem Boden, kein Mensch in Sicht. Kein Herrchen, keine Bewegung, kein Hinweis.
Ich wartete. Vielleicht kommt gleich jemand um die Ecke, ruft seinen Hund. Doch nichts geschah. Der Hund blickte mich ruhig an. Ohne Zittern. Ohne Winseln. Nur mit diesen treuen Augen.
Er wartete. Und es zerriss mir fast das Herz.
Ich fragte im Laden nach – niemand wusste, woher er kam. Niemand hatte ihn vorher gesehen.
Ich dachte ernsthaft daran, ihn mitzunehmen. So ein Tier kann man doch nicht einfach sitzen lassen. Ich sah ihn schon bei mir zu Hause – sein Platz, sein Fressen, seine Ruhe.
Da kam der Filialleiter auf mich zu. Er sagte leise:
„Das ist Ritchi. Sein Besitzer… ist hier im Laden zusammengebrochen. Rettung kam sofort. Er liegt im Krankenhaus.
Aber Ritchi… blieb einfach hier sitzen. Er war immer mit ihm unterwegs. Immer.
Und als sie den Mann auf der Trage rausbrachten, ließ er die Leine los – das war’s.
Seitdem hat sich der Hund nicht bewegt.“
In mir zog sich alles zusammen.
Der Hund war einfach… geblieben. Weil sein Mensch verschwunden war. Er verstand es nicht. Aber er wartete. Stundenlang.
Wie viele Leute sind einfach vorbeigelaufen? Wie viele haben ihn ignoriert?
Aber Ritchi… blieb.
Ich bot dem Filialleiter an, ihn aufzunehmen – solange, bis sein Herrchen zurückkehrt. Ich ließ meine Nummer da.
Wenn doch alle Menschen so treu wären wie dieser Hund.



