Ich arbeite als Krankenschwester in einem ganz normalen städtischen Krankenhaus. Jeden Tag sehe ich Schmerz und Leid, aber was gestern geschah, steht mir immer noch deutlich vor Augen.

Ich arbeite als Krankenschwester in einem ganz normalen städtischen Krankenhaus. Jeden Tag sehe ich Schmerz und Leid, aber was gestern geschah, steht mir immer noch deutlich vor Augen.

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Zu uns wurde ein achtjähriges Mädchen eingeliefert. Mager, mit riesigen Augen, die auf ihrem blassen Gesicht noch größer wirkten. Sie zitterte vor Fieber und konnte kaum ein Wort flüstern. Nachdem wir ihre Unterlagen aufgenommen und sie ins Zimmer gebracht hatten, ging ich hinaus, um ihre Mutter zu treffen.

Und da gefror mir das Blut in den Adern.

In der Tür stand eine Frau mit grell geschminkten Lippen, in einem kurzen Kleid, das eher in einen Nachtclub passte als in eine Krankenhausstation. Sie blickte ihre Tochter an… vollkommen gleichgültig. Keine Sorge, keine Tränen, nicht einmal der Versuch, das Kind zu trösten. Es schien, als sei ihre Anwesenheit hier nur eine Pflichtübung.

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Als ich sie nach dem Zustand des Mädchens fragte, winkte sie nur genervt ab:
— Ich habe zu tun, ich muss arbeiten. Kommen Sie alleine zurecht.

Und ging.

In diesem Moment sah ich, wie die kleine Hand des Mädchens das Bettlaken fest umklammerte, als wäre es das Einzige, woran sie sich festhalten konnte.

Ich beugte mich zu ihr und fragte:
— Willst du, dass ich bei dir bleibe?

Sie nickte schwach. Und flüsterte:
— Mama hat mich nicht lieb …

Diese Worte trafen mich härter als jeder Schmerz.

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Ich blieb bis tief in die Nacht bei ihr, hielt ihre Hand und strich ihr über die Haare. In solchen Momenten begreift man: Einem Kind braucht man nicht nur Medizin, sondern vor allem menschliche Wärme.

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