Ich wusste: Er hat sich wirklich verabschiedet. Und er ist nicht allein gegangen…

Als Großvater krank wurde, wurde das Haus still und fremd. Alle Gespräche drehten sich nur um eines: „Wie geht es ihm heute?“ Die Ärzte sprachen trocken: „Der Zustand ist stabil, aber ernst.“ Ich versuchte stark zu sein, aber jeden Abend schlief ich mit einem Kloß im Hals ein und dachte nur an eines – werde ich ihn noch einmal lebend sehen?

Und dann, eines Nachts, hatte ich einen Traum. Ich befand mich am Ufer eines Sees. Das Wasser war glatt wie ein Spiegel, und darüber lag Nebel. Ich verstand nicht, wo ich war und warum es so ruhig war, obwohl ich innerlich unruhig war. Plötzlich tauchte aus dem Nebel mein Großvater auf. Aber es war nicht der kranke alte Mann, den ich im Krankenhaus zurückgelassen hatte, sondern er – jung, groß, in dem blauen Hemd, das ich auf alten Fotos gesehen hatte. Er lächelte und sagte:
„Warum weinst du, Mädchen? Mir geht es gut.“

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Ich trat auf ihn zu, aber unter meinen Füßen wurde das Wasser kalt. Je näher ich kam, desto tiefer wurde der See.
„Opa, warte! Geh nicht!“ schrie ich.
Aber er schüttelte nur den Kopf und sah dann hinter mich.

Ich drehte mich um und sah meine Großmutter. Sie war vor zehn Jahren gestorben, aber sie sah so aus, wie ich sie in Erinnerung hatte – in einem hellen Kleid mit Blumen und ihrem warmen Lächeln. Sie stand auf dem Pfad hinter dem See und winkte, meinen Großvater zu sich.
„Es ist Zeit“, sagte sie leise, aber ich hörte es, als hätte sie es direkt in meinen Kopf gesprochen.

Mein Großvater sah mich noch einmal an. Seine Augen waren freundlich wie immer, aber nun war da etwas anderes – Leichtigkeit. Er seufzte, lächelte und sagte:
„Du musst weiterleben. Erinner mich glücklich.“
Und er ging zu meiner Großmutter auf einem schmalen Lichtweg, der über dem Wasser erschien. Ich wollte schreien, rennen, aber meine Beine waren wie festgewachsen.

Ich wachte in Tränen auf, mit heftig klopfendem Herzen. In diesem Moment klingelte das Telefon. Es war Mama:
„Er ist gegangen… gerade eben.“

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Ich setzte mich im Bett auf und sah aus dem Fenster. Draußen war Sonnenaufgang, der Himmel in goldenes Licht getaucht, und unten lag ein leichter Nebel – genau wie in meinem Traum. Ich wusste: Er hat sich wirklich verabschiedet. Und er ist nicht allein gegangen.

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