Ich betrat die Schulkantine und sah etwas, das mir das Herz brach.

Ich dachte immer, dass meine Tochter gerne zur Schule ging. Sie erzählte von neuen Aufgaben, von Freundinnen, und auch wenn sie sich manchmal über Müdigkeit beschwerte, war ich beruhigt – alles schien in Ordnung zu sein.

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Doch an diesem Tag beschloss ich, früher in die Schule zu gehen und sie nach dem Mittagessen abzuholen. Ich betrat die Kantine – und mein Herz zog sich zusammen. An den langen Tischen aßen die Kinder laut, lachten, unterhielten sich miteinander. Und mein Mädchen saß allein. Ganz allein. An einem leeren Tisch, mit gesenktem Kopf und unberührtem Teller.

Sofort war mir klar, dass etwas nicht stimmte. Ich ging zu ihr und fragte leise:

— Schatz, warum sitzt du hier alleine?

Sie senkte den Kopf noch tiefer und flüsterte erst nach einer Minute:

— Die Lehrerin sagte, ich hätte mich schlecht benommen. Und zur Strafe muss ich hier alleine sitzen.

Diese Worte brannten sich in mein Herz. Wie kann man ein Kind so demütigen, es vor allen wie eine Außenseiterin fühlen lassen? Ich nahm meine Tochter in den Arm und sagte ihr, dass sie keine Schuld trage.

Noch am selben Tag ging ich zur Lehrerin. Sie versuchte sich zu rechtfertigen: „Das ist eine Erziehungsmethode“, „Man muss den anderen ein Beispiel zeigen.“ Aber ich unterbrach sie:

— Strafe ist nicht gleich Demütigung. Sie haben ihre Stimmung zerstört, sie vor der ganzen Klasse erniedrigt. Sie ist ein Kind, und Sie sind die Erwachsene. Erwachsene haben kein Recht, Kinder zu brechen.

Ich sah, dass es ihr unangenehm war, aber es war mir egal. Ich sagte, dass ich nie wieder zulassen würde, dass so etwas passiert.

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Später sprach ich auch mit den Kindern. Ruhig, aber bestimmt sagte ich:

— Heute habt ihr gesehen, wie eure Mitschülerin gezwungen wurde, allein zu sitzen. Morgen könnte es einen von euch treffen. Aber ein Freund bleibt ein Freund, auch wenn er einen Fehler macht.

Einige Kinder schauten weg, andere kamen zu meiner Tochter und sagten leise: „Entschuldige.“ Zum ersten Mal an diesem Tag lächelte sie.

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Da verstand ich: Meine Aufgabe als Mutter ist es nicht nur, mein Kind zu lieben und zu versorgen, sondern auch ihr Herz zu beschützen. Denn Demütigung kann Narben fürs Leben hinterlassen.

Und meine Tochter soll wissen: An ihrer Seite gibt es immer jemanden, der für sie einsteht.

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