Heute saß ich in der Warteschlange in der Klinik, streichelte meinen Bauch und dachte an die Zukunft. Und plötzlich hörte ich ein fremdes Gespräch…

Heute saß ich in der Warteschlange in der Klinik unter schwangeren Frauen. Wir sahen alle unterschiedlich aus: manche lächelten, andere starrten müde auf den Boden, wieder andere blätterten auf ihrem Handy. Ich streichelte meinen Bauch und dachte daran, wie bald ich mein kleines Kind sehen würde. Mein Herz war erfüllt von zarter Vorfreude – die ersten Bewegungen, der Name, den wir zusammen ausgesucht hatten, zukünftige Spaziergänge mit dem Kinderwagen, familiäre Abende zu Hause.

Plötzlich hörte ich das Gespräch zweier Frauen neben mir. Sie flüsterten, aber in der Stille des Flurs war alles viel zu deutlich zu hören.

— Hilft dir der Vater des Kindes? — fragte die eine.
— Ja… obwohl er verheiratet ist. Er sagt, er liebt nur mich. Er hat sogar versprochen, dass er bald seine Frau verlassen wird, — antwortete die andere, schwanger, mir gegenüber sitzend.

Unwillkürlich hob ich den Blick. Sie lächelte und streichelte ihren Bauch. In diesem Moment wurde mir kalt, als sie den Namen aussprach. Den Namen meines Mannes.

Für einen Augenblick schien die Welt stillzustehen. Der Lärm des Flurs, die Stimmen, sogar das Klackern von Absätzen irgendwo in der Ferne — alles verschwand. Ich starrte sie an und konnte nicht glauben, dass ich in derselben Warteschlange saß wie eine Frau, die das Kind meines Mannes trägt.

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Ich spürte, wie meine Finger sich in meine Tasche krallten, um das Zittern zu verbergen. In meinem Kopf drehte sich nur ein Gedanke: Wir warteten doch auf unser erstes Kind…

Mein Herz pochte, als wollte es aus der Brust springen. Ich wollte schreien, dass es unmöglich ist, dass es ein Fehler ist, aber die Worte blieben mir im Hals stecken. Ich versuchte, mich abzulenken, starrte an die Decke und konzentrierte mich auf den kleinen Stoß in meinem Inneren – die Erinnerung daran, dass auch ich mein Glück habe, mein kleines Wunder.

Sie bemerkte meinen Blick und lächelte. Dieses Lächeln war selbstsicher, ruhig, eines, das sagt: „Ich weiß, was ich tue.“ In ihren Augen war keine Angst, kein Zweifel. Und in mir war nichts als Entsetzen und Schmerz, die meine Seele verbrannten.

Der Arzt rief meinen Namen, und ich stand auf, bemüht, stark zu wirken. Mein Herz fühlte sich zerrissen zwischen Wut und Trauer, zwischen Verrat und Angst vor der Zukunft. Ich ging den Flur entlang und fühlte jeden Schritt wie einen kleinen Schlag in die Brust.

Zu Hause empfing mich mein Mann mit einem vertrauten Lächeln, und ich spürte, wie sich alles in mir zusammenzog. Ich wollte ihn direkt fragen, ihm in die Augen sehen und die Wahrheit hören, aber in meiner Stimme zitterte der Verrat. Ich wusste, dass ab jetzt alles anders sein würde. Dass nichts mehr so sein würde wie früher.

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In jener Nacht saß ich lange im Dunkeln und hielt meinen Bauch. Ich streichelte mein Kind, das ich schon von ganzem Herzen liebte, und betete, stark zu sein. Tränen liefen über meine Wangen, aber ich wusste: dieses kleine Wesen ist mein Leben, meine Freude. Und egal, wie die Wahrheit aussieht, ich musste mein Glück schützen.

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