Mein Sohn weigerte sich mehrere Tage hintereinander, in seinem Zimmer zu schlafen. Er weinte, bat darum, das Licht anzulassen oder kam sogar nachts zu mir. Zuerst dachte ich, es seien nur normale Kinderängste – Schatten, die Dunkelheit, vielleicht ein Traum. Aber mich machte stutzig, dass er immer wieder auf dieselbe Ecke im Zimmer zeigte.
Ich fragte ihn, was ihn genau erschrecke. Er antwortete ausweichend: „Da ist jemand.“
Ich begann, genauer hinzuschauen. Tagsüber ging ich in sein Zimmer, überprüfte die Möbel, die Spielsachen, sogar den Schrank. Nichts Ungewöhnliches. Aber nachts bemerkte ich selbst, dass man in der Stille seltsame Geräusche hörte.

Nach ein paar Tagen beschloss ich, zu warten, bis er eingeschlafen war, und in seinem Zimmer zu bleiben. Und tatsächlich – ich hörte ein leises Kratzen. Ich ging zu eben jener Ecke… und stellte fest, dass sich hinter dem Nachttisch neben dem Bett eine Maus eingenistet hatte. Sie kam nachts heraus, suchte nach Essen und raschelte zwischen den Spielsachen.
Für ein Kind sah das aus wie „jemand“ im Zimmer – unsichtbar, aber beängstigend.

Ich rief den Schädlingsbekämpfungsdienst, die Wohnung wurde behandelt, wir machten einen gründlichen Hausputz und räumten alles Überflüssige in Behälter. Seitdem keine Geräusche mehr – und mein Sohn schläft wieder ruhig in seinem Zimmer.
Mir wurde klar: Kinderängste sind nicht immer nur „Fantasie“. Manchmal steckt eine ganz reale Ursache dahinter.
