Sein Kollege wurde zum Direktor ernannt, und er sperrte ihn in eine Gefrierkammer, weil er glaubte, dass niemand ihn verdächtigen würde. Doch er konnte sich nicht einmal vorstellen, was nach dieser grausamen Tat geschehen würde 😨

Als Andrei anfing, in einem großen Restaurantunternehmen zu arbeiten, verstand er sich schnell gut mit Michail.
Sie kamen fast zur gleichen Zeit in das Unternehmen und arbeiteten mehrere Jahre Seite an Seite.
Andrei war ruhig, verantwortungsbewusst und bemühte sich stets, seine Arbeit besser zu erledigen, als von ihm verlangt wurde. Er geriet nie mit seinen Kollegen aneinander, half neuen Mitarbeitern und blieb oft nach Feierabend, um wichtige Aufgaben zu Ende zu bringen.
Michail war ganz anders.
Auch er wollte beruflich vorankommen, aber vor allem interessierte er sich für eine Führungsposition. Er versuchte ständig, seinen Vorgesetzten zu zeigen, dass gerade er eine Beförderung verdiente.
Mehrere Jahre lang waren die beiden Männer die wichtigsten Kandidaten für eine Führungsposition.
Doch eines Tages verkündete die Unternehmensleitung eine wichtige Nachricht.
Andrei wurde zum Direktor eines neuen Restaurants ernannt.
Die Kollegen gratulierten ihm, während Michail abseits stand und schweigend zuhörte.
Nach der Versammlung ging Andrei zu ihm.
— Michail, sei nicht enttäuscht. Ich bin sicher, dass auch du Erfolg haben wirst.
Doch diese Worte machten den Mann nur noch wütender.
Für ihn war es ungerecht, dass ausgerechnet Andrei Direktor geworden war.
Er war überzeugt, dass er genauso viel und manchmal sogar mehr gearbeitet hatte.
Von diesem Tag an begann Michail, seinem Kollegen offen feindselig gegenüberzustehen.
Er suchte ständig nach einem Grund, seine Arbeit zu kritisieren, versuchte, ihn gegenüber der Geschäftsleitung als inkompetent darzustellen, und hoffte, dass seine Ernennung rückgängig gemacht würde.
Doch Andrei arbeitete ruhig weiter.
Nach einigen Wochen wurde klar, dass die Unternehmensleitung mit seiner Arbeit vollkommen zufrieden war.
Da erkannte Michail, dass Andrei die Position tatsächlich dauerhaft behalten würde.
Und in seinem Kopf entstand ein schrecklicher Gedanke.
Wenn Andrei nicht mehr da wäre, könnte die Position des Direktors an ihn gehen.
An diesem Abend blieben beide Männer nach der Schließung im Restaurant.
Das Personal war bereits nach Hause gegangen, im Gastraum war das Licht gelöscht, und in der Küche waren nur noch die beiden.
Andrei überprüfte die Lieferdokumente und bat Michail, ihm beim Zählen der Lebensmittel zu helfen.
— Wir müssen auch noch die Gefrierkammer überprüfen, — sagte Andrei. — Morgen früh kommt der Lieferant.
Gemeinsam gingen sie in den Nebenraum.
Andrei öffnete die schwere Tür der Gefrierkammer und ging hinein.
Michail blieb am Eingang stehen.
Einige Sekunden lang sah er seinen Rivalen an.
Dann trat er einen Schritt zurück und schlug die Tür zu.
Zunächst verstand Andrei nicht, was geschehen war.
Er zog am Griff.
Die Tür öffnete sich nicht.

— Michail? Mach die Tür auf.
Als Antwort kam nur Schweigen.
Andrej schlug erneut mit der Hand gegen die Tür.
— Michail! Hörst du mich?
Der Mann stand draußen und lauschte schweigend.
— Mach auf! Hier ist es sehr kalt!
Michail antwortete nicht.
Er stellte sich bereits vor, wie am Morgen alle glauben würden, Andrej sei versehentlich eingeschlossen worden.
Er wollte sagen, dass er das Restaurant früher verlassen hatte und nicht wusste, was passiert war.
Niemand sollte Verdacht schöpfen.
Michail verließ den Nebenraum, stieg in sein Auto und fuhr davon.
Auf dem Weg dachte er nur an eines: Jetzt könnte er Direktor werden.
Doch er kannte ein wichtiges Detail nicht.
Einen Monat zuvor war ein Mitarbeiter des Restaurants versehentlich in derselben Kühlkammer eingeschlossen worden.
Danach hatte die Geschäftsleitung angeordnet, einen speziellen Notmechanismus zu installieren, mit dem sich die Tür von innen öffnen ließ.
Andrej hatte die Installation dieses Mechanismus persönlich überwacht.
Allein in der Kühlkammer versuchte er zunächst, Michail anzurufen.
Doch dieser antwortete nicht.
Da erinnerte sich Andrej an den Notmechanismus.
Mit zitternden Händen begann er, in der Nähe der Tür danach zu suchen.
Mehrere lange Sekunden geschah nichts.
Dann ertasteten seine Finger unter einer Schutzabdeckung einen roten Knopf.
Andrej drückte ihn mit aller Kraft.
Ein Klicken ertönte.
Die schwere Tür öffnete sich langsam.
Andrej stürzte nach draußen und konnte sich kaum auf den Beinen halten.
Sofort wurde ihm klar, dass Michail dies absichtlich getan hatte.
Doch Andrej ging nicht nach Hause und rief ihn auch nicht an.
Er verständigte die Polizei und informierte die Unternehmensleitung über alles.
Anschließend sahen sich die Polizeibeamten die Aufnahmen der Überwachungskameras an.
Auf der Aufnahme war deutlich zu sehen, wie Michail die Tür der Kühlkammer schloss und wegging, ohne auch nur zu überprüfen, ob Andrej herauskommen konnte.
Am nächsten Morgen kam Michail ins Restaurant.
Er hatte bereits eine Erklärung vorbereitet, dass er nichts von dem Vorfall wusste.
Doch als er das Büro des Direktors betrat, sah er Andrej, den Leiter des Unternehmens und zwei Polizeibeamte.
Michail blieb in der Tür stehen.
Andrej sah ihn ruhig an.
— Du dachtest, niemand würde es erfahren?
Michail antwortete nichts.
In diesem Moment verstand er, dass sein Wunsch, die Stelle des Direktors zu bekommen, zu einem völlig anderen Ergebnis geführt hatte, als er erwartet hatte.

Statt einer Beförderung erwarteten ihn eine Kündigung, Ermittlungen und die Verantwortung für den Versuch, seinen eigenen Kollegen loszuwerden.
