Als die jungen Leute uns zur lang erwarteten Einweihungsparty einluden 🎊🏡, beschloss ich, ihnen das Wertvollste zu schenken, was ich besaß

Schon vor der Hochzeit fragte mich Lyuda oft:

– Du hast so viel Geschirr, warum benutzt du das alte? Hier ist ein angeschlagener Teller und eine Tasse mit einem Riss.

– Ich hebe das Gute für später auf. Das hier kann man noch benutzen – antwortete ich.

Tatsächlich bewahrte ich all das schöne Geschirr, das wir zur Hochzeit geschenkt bekommen hatten, im Schrank für einen besonderen Anlass auf. Lyuda fragte manchmal, ob wir es bei Festen benutzen könnten, aber ich sagte immer, dass noch der richtige Moment kommen würde.

Als die jungen Leute endlich ihr eigenes Haus kauften, verbrachten sie viel Zeit mit Renovierungen. Ihr minimalistischer Stil gefiel mir nicht – er schien mir kalt und seelenlos.

– Hast du nicht daran gedacht, eine interessantere Tapete zu wählen? Diese grauen Wände sind so düster – schlug ich vor.

– Mir gefällt es. Übrigens wird es für euch auch Zeit, mal zu renovieren und diesen ganzen sowjetischen Kram loszuwerden – antwortete sie.

– Welcher Kram? Das ist alles neu, noch in Kartons. Das wird noch nützlich sein.

Als die Renovierung endlich abgeschlossen war und sie uns zur Einweihung einluden, beschloss ich, ihnen ein besonderes Geschenk zu machen. Ich schenkte ihnen eines meiner Hochzeitsgeschirrsets, das ich nie ausgepackt hatte. So etwas Schönes findet man heute nicht mehr. Wir überreichten das Geschenk, gratulierten, tranken Wein und aßen köstlich. Dann machten wir uns bereit zum Gehen.

История советского сервиза: как он появился и куда пропал | РБК Life

Bevor wir gingen, schlug ich meinem Mann vor, noch ein wenig auf dem Platz zu sitzen. Plötzlich sah ich, wie meine Schwiegertochter unser Geschenk nach draußen brachte. Zuerst dachte ich, sie hätte das Geschirr ausgepackt und würde nur den Karton wegwerfen. Doch dann hörte ich ein Krachen. Es war mein Hochzeitsgeschirr, das zerbrach.

Ich konnte nicht anders und ging auf sie zu:

– So dankst du mir? Ich habe euch das Wertvollste gegeben, was ich hatte.

– Dieses Geschirr hätte schon längst benutzt werden sollen, in meiner Küche würde es nur stören – sagte sie.

Ein Monat ist vergangen, aber ich kann meiner Schwiegertochter immer noch nicht in die Augen sehen. Ich verstehe nicht, wie sie das tun konnte. Aber ich habe eine Lektion gelernt. Zu Hause habe ich ein weiteres Service herausgeholt, die alte Bettwäsche durch neue ersetzt und eine schöne Decke aufgelegt.

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