Die Familie Ovitz war nicht einfach nur eine Familie – sie war eine echte Künstlertruppe, bekannt als die „Liliputanertruppe“, die mit musikalischen und theatralischen Auftritten durch Europa reiste.
Sie waren Juden aus einer kleinen Stadt in den Karpaten, und sieben von zehn Familienmitgliedern litten an einer seltenen erblichen Form von Kleinwuchs.
Trotz ihrer körperlichen Besonderheiten zogen sie sich nicht zurück. Im Gegenteil – sie verwandelten ihre Einzigartigkeit in Talent: Sie sangen, spielten Instrumente, machten Witze und unterhielten das Publikum.
Doch die Welt, in der sie lebten, veränderte sich schnell, und mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten wurde ihr Leben zum Albtraum.
1944 wurde die Familie verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Doch die Ovitz erwartete ein anderes, nicht weniger schreckliches Schicksal.
Dr. Josef Mengele, bekannt als der „Todesengel“, der von medizinischen Experimenten an Menschen – besonders an Zwillingen und Kleinwüchsigen – besessen war, entdeckte sie. Er entschied, sie als „wissenschaftliches Material“ zu benutzen.
Die Familienmitglieder wurden grausamen und sinnlosen Experimenten unterzogen: Röntgenstrahlen ohne Schutz, Zähne wurden gezogen, Chemikalien in die Augen injiziert, Knochenmarkproben entnommen, jeder Zentimeter ihres Körpers vermessen.
Der Arzt interessierte sich dafür, warum so viele Kleinwüchsige in einer Familie vorkamen und wie sie unter Menschen normaler Größe leben konnten.
Und dennoch – die Familie Ovitz überlebte. Trotz Schmerz, Angst und unmenschlicher Bedingungen hielten sie zusammen. Mehr noch: Sie versuchten, anderen Häftlingen zu helfen, indem sie kleine Essensrationen und moralische Unterstützung teilten.
Als das Lager befreit wurde, war die Familie unter den wenigen, die überlebten. Die ganze Welt erfuhr von diesen mutigen, kleinen Menschen mit großen Herzen.
Das letzte Familienmitglied, Perla Ovitz, starb im Jahr 2001.




