Vor ein paar Wochen entdeckten wir im Stadtpark einen Schäferhund. Jeden Tag tauchte sie ungefähr zur gleichen Zeit auf – ungepflegt, aber mit klugen, wachen Augen. In ihrem Maul trug sie eine alte Papiertüte. Wenn sie sich Menschen näherte, bat sie sie geradezu mit ihrem Blick um Hilfe. Viele gaben ihr Brot, Würstchen oder Brötchen und legten sie in ihre Tüte.
Doch das Merkwürdige war: Die Hündin fraß selbst nichts. Kaum bekam sie etwas, verschwand sie sofort tief im Park zwischen den Bäumen.
Anfangs dachten wir nicht viel darüber nach, doch die Neugier wuchs: Wohin brachte sie all das Essen? Warum aß sie selbst nicht, obwohl sie eindeutig hungrig wirkte? Schließlich konnten wir nicht anders und beschlossen, ihr heimlich zu folgen.
An diesem Abend schlichen wir hinter ihr her – und das, was wir entdeckten, ließ uns sprachlos zurück. 😱😱
Sie schlängelte sich lange über verschlungene Wege, dann bog sie zu einem alten, längst verlassenen Haus am Parkrand ab. Durch die zerfallenen Fenster und das eingestürzte Dach konnten wir jemanden drinnen erkennen.
Die Hündin ging hinein, trug ihre Tüte, und wir hörten eine leise Männerstimme.
Als wir hineinblickten, sahen wir einen Mann – dünn, mit einem erschöpften Gesicht, sein Bein war grob mit Lumpen verbunden, und er bewegte sich schwerfällig.
Der Schäferhund trat zu ihm und kippte vorsichtig das ganze Futter aus der Tüte vor seine Hände. Der Mann sah sie an, als ob sie sein einziger Freund auf der Welt wäre.
Er erzählte uns, dass er vor einigen Wochen nachts Zeuge eines Angriffs eines Rudels streunender Hunde auf die Schäferhündin geworden war.
Er hatte keine Angst, sich einzumischen, verscheuchte die Hunde, doch einer biss ihn so schwer ins Bein, dass er seitdem kaum noch laufen kann. Da er kein Zuhause hatte, lebte er in dem verlassenen Haus.
Die Hündin, als ob sie verstand, dass er nicht in der Lage war, selbst Nahrung zu finden, kam seitdem jeden Tag zu den Menschen mit ihrer Tüte und brachte das Essen zu ihm. Selbst nahm sie keinen Bissen, alles gab sie ihrem Retter.
Wir waren tief bewegt. Wir halfen dem Mann aus dem Haus, riefen Ärzte, versorgten seine Wunde und fanden eine Unterkunft für ihn.
Dem Schäferhund kauften wir einen großen Sack Futter, gaben Wasser und Essen – und endlich durfte sie nach vielen Tagen wieder selbst fressen.
Doch die ganze Zeit blieb sie dicht bei dem Mann, keinen Schritt von ihm entfernt.



