Ich war erst 24 Jahre alt, als mein Leben an einem einzigen Tag zusammenbrach.
Man hatte mir eine Falle gestellt – ein schmutziges Spiel, von dem ich nicht einmal wusste, dass ich daran teilnahm. Gefälschte Dokumente, falsche Zeugen… und ein Urteil wie ein Donnerschlag.
Zu diesem Zeitpunkt war meine Tochter gerade ein Jahr alt.
Meine Welt drehte sich nur um sie, und der einzige Gedanke, der mich in diesen schrecklichen Tagen über Wasser hielt, war: „Hauptsache, es geht ihr gut.“
Ich ließ die Kleine in der Obhut meiner Schwester, im festen Glauben, dass sie für eine Zeit wie eine zweite Mutter für sie sein würde. Ich schwor mir, dass ich meine Tochter umarmen und wir neu anfangen würden, sobald ich draußen war.
Die Jahre zogen sich endlos dahin. Jeden Brief meiner Schwester las ich Hunderte Male. Sie schrieb, dass es dem Mädchen gut gehe, dass sie klug und fröhlich heranwachse… Ich dankte Gott dafür, dass meine Kleine Familie und Wärme hatte.
Als die Zeit vorbei war, lief ich nach Hause, ohne den Boden unter den Füßen zu spüren. Doch dort erwartete mich ein Schlag, von dem ich mich bis heute nicht erholt habe.
Meine Tochter stand in der Tür… und sah mich an, als wäre ich eine Fremde.
Meine Schwester hatte ihr gesagt, dass sie ihre wahre Mutter sei. Dass ich die Tante sei, die nur zu Besuch gekommen ist.
Und jetzt… weigert sie sich, mir mein Kind zurückzugeben.
Ich kämpfe, klopfe an die Türen des Jugendamtes, sammle Beweise, aber das Schlimmste sind die verlorenen Jahre, in denen meine Kleine aufgewachsen ist, in dem Glauben, eine andere Frau sei ihre Mutter.

Und ich weiß immer noch nicht, ob sie mir verzeihen wird, wenn sie die Wahrheit erfährt.
