Es war ein ganz gewöhnlicher Flug: Abend, ein halbleerer Salon, draußen ein Sonnenuntergang, der den Himmel in goldene und rosafarbene Töne tauchte. Ich saß am Fensterplatz und machte es mir bequem, bereit, die nächsten Stunden wie immer im Halbschlaf zu verbringen.

Als das Flugzeug die Reiseflughöhe erreichte, begannen die Flugbegleiter mit dem gewohnten Service. Ihre Schritte auf dem Teppichgang waren gleichmäßig, sicher – alles schien normal. Doch bald fiel mir eine von ihnen auf.
Sie sah aus wie die anderen: dunkelblauer Anzug, gepflegte Frisur, ein leichtes Lächeln. Aber in ihrem Gesicht war etwas… Ungewöhnliches. Der Blick. Er war zu intensiv, als ob sie nicht einfach nur die Gurte kontrollierte oder Getränke verteilte, sondern direkt mich beobachtete.
Als sie an die Reihe kam, reichte sie mir ein Glas Wasser. Doch mir fiel sofort ein Detail auf, das sich in mein Gedächtnis einbrannte: Das Glas war nur halb voll. Normalerweise schenken sie bis zum Rand ein – ich fliege oft und weiß das. Ich hob den Blick fragend zu ihr, und da sagte sie plötzlich mit leiser Stimme:
— „Das reicht Ihnen.“
Der Ton war nicht böse, nicht drohend, eher… ruhig, fast zu bestimmt. Ich erstarrte mit dem Glas in der Hand, während sie sich umdrehte und weiterging.
Nach ein paar Minuten wollte ich sehen, wo sie war – doch im Gang arbeitete bereits eine andere Stewardess. Ich schaute mich erneut um: keine Spur der Frau mit diesem Blick. Ich fragte meine Sitznachbarin, ob sie gesehen habe, wer das Wasser gebracht habe – sie war nur erstaunt:
— „War das nicht der Steward? Groß, mit dem Wagen?“
Ich wäre fast das Glas fallen gelassen.
Den Rest des Fluges sah ich sie nicht mehr. Es war, als wäre sie verschwunden. Die anderen Crewmitglieder lächelten wie gewohnt, unterhielten sich, boten Kaffee und Tee an. Niemand verhielt sich merkwürdig.
Und ich starrte die ganze Zeit auf das halbleere Glas Wasser auf meinem Tischchen. Trinken konnte ich es nicht.
Als wir landeten und die Passagiere das Flugzeug verließen, fragte ich den Flugbegleiter an der Tür: „Haben Sie eine Kollegin mit dunklen Haaren und strengem Blick? Ich habe sie während des Fluges gesehen.“ Er erstarrte für einen Moment, dann antwortete er, als müsste er sich die Worte ausdenken:
— „In unserer Crew sind heute nur wir zwei. Ich und meine Kollegin in heller Uniform.“
Ich verließ das Flugzeug mit zitternden Händen. Und bis heute weiß ich nicht, ob es nur Müdigkeit und Einbildung war – oder ob mir in der Luft tatsächlich etwas passiert ist, das sich nicht erklären lässt.
