Ich arbeite seit fast zehn Jahren als Taxifahrer. In dieser Zeit habe ich alle möglichen Leute gefahren – fröhliche, gereizte, betrunkene, verliebte, müde. Aber eine Fahrt werde ich nie vergessen.

Es war ein ganz gewöhnlicher Tag, etwa mittags. Draußen war es heiß, die Luft flimmerte über dem Asphalt. Ich hielt am Rand eines Parks – zu mir kam eine ältere Frau. Sie war mindestens siebzig Jahre alt. Auf dem Kopf ein Strohhut, in der Hand ein kleiner, alter Koffer.
Sie sah sehr müde aus, aber als sie die Tür öffnete und auf den Vordersitz stieg, lächelte sie sofort.
— Guten Tag, mein Sohn.
— Guten Tag, gnädige Frau. Wohin fahren wir? — fragte ich routinemäßig.
— Fahr einfach geradeaus, mein Lieber. Ich sage dir unterwegs, wo du abbiegen musst, — antwortete sie sanft.
Ich schaltete das Taxameter ein und fuhr los. Zuerst fuhren wir schweigend, dann begann sie zu sprechen.
— Weißt du, ich habe drei Kinder. Alle sind erwachsen — jeder hat sein eigenes Geschäft, Haus, Familie. Schon drei Enkel. So gute Kinder… Alle sind beschäftigt, aber ich bin ihnen nicht böse. Hauptsache, es geht ihnen gut.
Sie erzählte ruhig, mit einem Lächeln, aber in ihren Augen lag eine Müdigkeit — nicht vom Leben, sondern von der Einsamkeit.
Ich hörte zu, ohne sie zu unterbrechen. Solche Gespräche bringen einen immer dazu, an die eigenen Eltern zu denken.
— Und Ihr Mann? — fragte ich vorsichtig.
Sie seufzte.
— Schon lange fort. Ich habe sie allein großgezogen. Alles selbst — Schule, Essen, Arbeit. Aber das war es wert.
Wir fuhren etwa zwanzig Minuten. Dann sah sie aus dem Fenster und sagte:
— Sohn, biege in die nächste Gasse links ein.
Ich bog ab.
— Und jetzt halte hier an, — sagte sie.
Ich schaute nach vorne — und mir zog sich alles im Innern zusammen. Als ich sah, wohin wir gekommen waren, war ich schockiert 😨😢
Wir hielten vor einem Altenheim.
Ein großes Gebäude mit abgenutzten Wänden und grauen Vorhängen an den Fenstern. Auf der Bank saßen einige alte Menschen – manche fütterten Tauben, andere blickten einfach ins Leere.
Ich konnte mich nicht zurückhalten:
— Verzeihen Sie, aber… Sie sagten doch, Sie hätten Kinder, Enkel… Warum sind Sie hierher gekommen?
Die Frau drehte sich langsam zu mir um und lächelte mit demselben gütigen, leicht traurigen Lächeln, mit dem sie ins Auto gestiegen war.
— Ja, mein Sohn. Ich habe sie. Aber sie haben jetzt ihr eigenes Leben. Sie haben keine Zeit.
Und weißt du, hier fragt wenigstens jemand: „Wie fühlen Sie sich heute?“ — und reicht eine Tasse Tee mit einem Keks.
Sie nahm Geld aus ihrer Tasche, zählte sorgfältig die Scheine ab, reichte sie mir und fügte hinzu:
— Hab kein Mitleid mit mir. Jeder hat seinen eigenen Weg.
Manchmal ist es für Kinder einfacher, für einen Platz im Altenheim zu bezahlen, als für Aufmerksamkeit gegenüber der eigenen Mutter.

Sie stieg aus, ging schwerfällig zum Eingang, und ich saß da und sah ihr nach, bis sich die Türen hinter ihr schlossen.
Und ehrlich gesagt, seit diesem Tag rufe ich jeden Abend meine Mutter an. Nur um zu fragen, wie es ihr geht.
