Die Lehrer der Schule Nr. 17 beobachteten seit mehreren Tagen mit Verwunderung das seltsame Verhalten eines Schülers — des neunjährigen Alexej. Jeden Tag nach Unterrichtsschluss ging er auf den Schulhof hinter dem Gebäude, dorthin, wo kaum jemand hingeht.
Dort, an genau derselben Stelle, kniete Alexej nieder und begann, mit bloßen Händen die Erde zu graben — ohne auf den Schmutz unter seinen Fingernägeln oder die Kratzer zu achten. Er grub etwa zehn Minuten lang, legte dann vorsichtig etwas in die Grube, bedeckte es wieder mit Erde und glättete die Oberfläche, als wäre nichts geschehen. Dann ging er weg.

Die Lehrer bemerkten, dass der neunjährige Schüler jeden Tag Erde schaufelte und etwas vergrub — alle waren entsetzt, als sie erfuhren, was er unter der Erde versteckte.
Zunächst dachten die Lehrer, der Junge spiele nur. Kinder sind manchmal seltsam, besonders in diesem Alter. Aber Alexej tat das mit einer beängstigenden Genauigkeit — jeden Tag, zur selben Zeit, an derselben Stelle, mit denselben Bewegungen. Das war kein Spiel.
Eines Tages konnte eine Grundschullehrerin nicht mehr an sich halten. Nach der Pausenglocke folgte sie ihm unbemerkt, versteckte sich hinter Bäumen. Wie üblich ging er auf den Hinterhof, hockte sich hin, grub einen kleinen Hügel aus, zog einen Plastiktütenbeutel aus seinem Rucksack und legte ihn in die Grube. Dann bedeckte er alles wieder und glättete die Erde.
Die Lehrerin konnte nicht schweigen. Sie trat aus ihrem Versteck und rief ihn beim Namen:
— Alexej… Was machst du hier?
Der Junge zuckte zusammen. Zuerst schwieg er, sah sie ängstlich an, als wäre er bei einem Verbrechen ertappt worden. Dann senkte er den Blick und flüsterte leise… Die Lehrerin war entsetzt über das Gehörte 😱😱

— Ich verstecke…
— Was versteckst du?
Er schwieg kurz, zeigte dann mit der Hand auf die Erde:
— Schulbücher… Ich bringe sie jeden Tag und vergrabe sie. Damit Papa sie nicht findet.
Die Lehrerin hockte sich neben ihn. Er schaute ihr nicht in die Augen.
— Warum willst du nicht, dass Papa sie findet?
— Er… er wird böse, wenn er trinkt. Einmal hat er alles zerrissen — Schulbücher und Hefte. Er sagte, ich soll nicht lernen, sondern Böden wischen und Essen kochen. Aber ich… ich will lernen. Ich liebe die Schule. Aber wenn er alles wieder zerreißt, kann ich nicht mehr.
Die Lehrerin stockte der Atem. Der Junge saß vor ihr — dünn, mit aufgerissenen Händen — und erzählte das so beiläufig, als würde er erzählen, dass es gestern geregnet hat.

Sie wusste lange nicht, was sie sagen sollte. Sie umarmte Alexej einfach und versprach ihm, dass er ab jetzt nicht mehr allein sein wird.
